NOSTALGIJA | HEIMWEHE | BIRSFELDEN (2013)

NOSTALGIJA | HEIMWEHE | BIRSFELDEN (2013)

Konzept und Regie: Ivna Žic & Lea Letzel

AUSSTELLUNGSANSICHT

AUSSTELLUNGSANSICHT

Dramaturgie: Yves Regenass
Mitwirkende: Nico Caccivio, Lorenzo Ciciro, Lukas Schweizer, Emre Karabasoglu, Doris Dietsche, Elijah Asamoah, Nermin Grozdanic, Tanisha Jenny, Ashwin Kulasegaram, Sahana Ravichandrarasa, Shania Sheriff, Alina Urfer, Susanne Puchegger, Rosemarie Ertl, Severin Scherrer, Thomas Lähns, Beat Schönegg, Hans Zimmermann, Maruja Ortega, Leonora Pinter, Niels Pasquier, Iris Simon, Michel Jann
Helfer: Anton Baecker, Amrit Singh, Leon Gaugler, Franziska Ruoss
Herzlichen Dank an: Capriccio Chor und besonders Esther Brauchli und Christoph Kaufmann, Andrea Scalone-Dönz vom historischen Stadtarchiv und Stadtmuseum, Ruedi Gass, Ronni Buser, Musikschule Birsfelden, Remo Vollenhals, Corinne Augsburger, Christoph Peter, Ornithologen Verband OG Gimpel (besonders Steven Tirrito, Philipp Sterk und Rosalia Calia), Familie Cetinkaya
Produktionsleitung produktionswerkstatt / Larissa Bizer
Technik: Mitch, Benny Hauser
Premiere: 31.10.2013 Theater Roxy , Birsfelden
weitere Aufführungen: 01.11.-03.11.2013
NOSTALGIJA / HEIMWEHE / BIRSFELDEN thematisiert und hinterfragt Orte als identitätsstiftende Rahmen auf unterschiedlichen Ebenen. Das Projekt wird als zweiteiliger Parcours realisiert, auf welchem die ZuschauerInnen an verschiedenen Orten in Birsfelden auf inszenatorische Zugriffe und Interventionen stoßen. Die Grenze zwischen inszenierter und erlebter Wirklichkeit verschwimmt und bietet ein neues Erleben des Quartiers und seiner Bewohnerinnen und Bewohner.
Der Parcours kreist dabei um den Begriff der Nostalgie („Heimwehe“), der als pathologischer Zustand zum ersten Mal 1688 vom Basler Arzt Johannes Hofer beschrieben wurde. Der Nostalgiebegriff war ein Neologismus, der das krankmachende Heimweh der Schweizer Söldner in der Fremde beschrieb (angeblich nicht selten durch den Anblick grasender Kühe ausgelöst).
Die beiden Künstlerinnen Lea Letzel und Ivna Zic anhand von Geräuschen, Klängen und musikalischen Lauten die in Birsfelden vorgefunden werden, in einem akustischen Portrait Birsfelden als Ort. Damit widmen sie sich einer besonders vergängliche Form der Erinnerung – einer Nostalgie der akustischen Laute.

Nichts ist so kurzlebig und flüchtig wie die hörbaren Geräusche. Einmal verklungen, stehen sie höchstens als Aufzeichnungen zur Verfügung und verweisen als Reproduktion gleichermassen auf die Abwesenheit und Präsenz des einstmaligen Ereignisses.
Wie wir unsere Umgebung dabei wahrnehmen, basiert auf einem komplexen Zusammenspiel aus Hören und Sehen, aus erlerntem und gespeichertem Wissen. Was wir als schön und angenehm empfinden, was hingegen als abstossendes Störgeräusch, ist Teil unser kulturellen Biographie.


In Zusammenarbeit mit Birsfelder Bürgerinnen und Bürger zeichnet ein Spaziergang durch den Ort eine klangliche Momentaufnahme, deren Nachhall wir festzuhalten versuchen: Nicht nur die zahlreichen musikalischen Aktivitäten des Orts, organisiert in Gruppen Vereinen, sondern auch Birsfelder Alltags-, Stör- und historische Geräusche begegnen sich.
In einem stimmungsvollen Akt des Erinnerns vergegenwärtigen sich die Mitwirkenden und Teilnehmenden gemeinsam den Ort des Zusammentreffens – und schreiben sich so mitten in die (erinnerbare) Chronik Birsfeldens hinein.